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Fußball-EM 2016: Fanguide Paris

Fanzone EM Paris

In wenigen Wochen rollt der Ball bei der Fußball-EM 2016 in Frankreich. Die deutsche Nationalmannschaft trägt in der Gruppenphase zwei Spiele in Paris aus, eines im Stade de France, das andere im Prinzenparkstadion. Für alle Fans, die ihre Mannschaft vor Ort unterstützen, hat der Frankreich Fan in diesem „Fanguide Paris“ die wichtigsten Informationen für den Fußball-Trip ins Nachbarland zusammengefasst.

Anfahrt

  • Mit dem Auto

Wer mit dem Auto zur EM 2016 nach Frankreich fährt, sollte sich vor Antritt der Reise mit den Straßenverkehrsregeln und Gepflogenheiten im Nachbarland auseinandersetzen. In Frankreich gilt auf Autobahnen ein Tempolimit von 130 km/h. Bei Regen dürfen Autos sogar nur 110 km/h schnell unterwegs sein. Halten Sie sich in jedem Fall an die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen, da in Frankreich – gerade zur Ferienzeit zwischen Juni und August – überall Blitzer lauern.

Die meisten Autobahnen in Frankreich sind gebührenpflichtig. Die Mautstellen kassieren bei einer Abfahrt oder einem Autobahnwechsel die fällige Nutzungsgebühr (péage). Wichtig: Die Mautstationen akzeptieren Bargeld, Tank- und Kreditkarten, jedoch keine EC-Karten (Maestro). Einen Online-Mautrechner (auf Englisch) finden Sie auf dieser Seite:

In Frankreich liegt die Promillegrenze bei 0,5, bei einem Verstoß wird eine Strafe ab 135 Euro fällig.

Es wird dringend empfohlen, nicht mit dem Auto ins Stadtzentrum zu fahren, da es kaum (günstige) Parkmöglichkeiten in der Stadt gibt und Autofahrten während der Rush-Hour ein Alptraum sein können. Außerdem wird ein Auto in Frankreich als Gebrauchsgegenstand, weniger als Statussymbol gesehen, was an den oft abenteuerlichen Einparkgepflogenheiten der Franzosen deutlich wird.

Wenn Sie mit dem Auto nach Paris zur EM 2016 fahren wollen, nutzen Sie stattdessen lieber einen der Park & Ride-Plätze vor den Toren (portes) von Paris. Bei Parking Paris 19 kostet das Park-and-Ride-Ticket am Wochenende (Fr ab 14 bis So 19 Uhr) nur 25 Euro. Das Auto steht hier in einer videoüberwachten, regelmäßig kontrollierten Parkgarage, während Sie mit der Metro ins Stadtzentrum fahren können.

Wie in Deutschland gehört auch in Frankreich eine Warnweste ins Handschuhfach. Das Mitführen eines Alkoholtestgeräts ist zwar weiterhin gesetzlich vorgeschrieben, ein Fehlen wird aber nicht mehr sanktioniert.

Eine gute Möglichkeit, um günstig mit dem Auto nach Paris zu kommen, besteht in der Nutzung von Mitfahrzentralen wie blablacar.de oder mitfahrgelegenheit.de. Auch Fernbusse sind eine weitere, sehr günstige Reisealternative. Mehr Informationen  zu den verschiedenen Reisemöglichkeiten nach Paris gibt es hier:.

Wichtiger Hinweis: Aufgrund der allgemeinen Terrorgefahr und um gewaltbereite Fußballanhänger an einer Einreise nach Frankreich zu hindern, wird die deutsche Bundespolizei die Kontrollen an Bundesstraßen und Autobahnen verschärfen. Es wird daher empfohlen, gültige Ausweispapiere dabeizuhaben.

  • Mit dem Flugzeug

Fans aus Deutschland kommen entweder am Flughafen Charles de Gaulle im Norden der Stadt oder in Orly im Süden an. Beide Flughäfen liegen rund eine halbe Stunde vom Stadtzentrum entfernt. Wenn Sie mit einem Lufthansa-Flug am Terminal 1 des Charles-de-Gaulle-Airports ankommen, bringt Sie der kostenlose Bahnzubringer zur S-Bahn (RER). Von dort fahren Sie mit der RER B für knapp 10 Euro in einer dreiviertel Stunde in die Stadt. Das ist günstiger als die Bus-Shuttles: Der Roissybus fährt täglich alle Viertelstunde bis zur Haltestelle Opéra in der Stadt, kostet 11 Euro und braucht 45 bis 60 Minuten.

Eine weitere Möglichkeit, um ins Stadtzentrum zu gelangen: die Busse 350 und 351.
Vom Flughafen Orly aus ist die RER mit 11,65 geringfügig teurer. Der Orlybus kostet lediglich 7,50 Euro, fährt dann allerdings auch in einer halben Stunde nur bis zur Station Denfert-Rochereau. Von dort aus müssen Sie mit der Metro weiter – umständlicher und teurer als die RER. Der Air-France-Bus kostet 12,50 Euro und hält am Gare Montparnasse.

Auch mit dem Taxi können Sie vom Flughafen ins Stadtzentrum fahren. Allerdings ist dies die teuerste Variante. Seit 1. März 2016 gilt aber ein Einheitstarif, an den sich die Taxifahrer halten müssen. Künftig wird es für die Fahrten zwischen beiden Airports und Paris je zwei Einheitstarife geben. Je einen zum Rive Gauche (westliches Seineufer) und einen zum Rive Droite (östliches Seineufer):

Tarif Flughafen Roissy-Charles de Gaulle – Paris:
Rive Droite: 50 Euro, Rive Gauche: 55 Euro

Tarif Flughafen Orly – Paris:
Rive Droite: 35 Euro, Rive Gauche: 30 Euro

  • Mit der Bahn

Von Süddeutschland aus verkehren täglich mehrere Schnellzüge (TGV/ICE) in Richtung Paris, die am Gare de l’Est im Stadtzentrum ankommen. Alle Züge nördlich von Frankfurt kommen im Bahnhof Gare du Nord an. Die beiden Bahnhöfe liegen nur wenige hundert Meter voneinander entfernt.

Wichtig: In Frankreich muss jedes Gepäckstück mit einem Adressschild mit Name und Adresse versehen sein, ansonsten kann es teuer werden. Das genaue Abfahrtsgleis für Fernzüge wird in Frankreich immer erst eine Viertelstunde vor Abfahrt bekanntgegeben.

Weitere Tipps zur Reise mit dem TGV finden sich in diesem Beitrag.

Mit dem Fahrrad durch Paris

Fahrradverleih in ParisEin besonderes Erlebnis ist eine Fahrradtour durch Paris. An über 1250 Stationen in der Stadt können Sie Fahrräder ausleihen und später wieder abstellen (das Fahrradverleih-System nennt sich Vélib‘). Das Ausleihen ist in der ersten halben Stunde kostenlos, in der zweiten kostet es 1 Euro, in der dritten 2 Euro und ab der vierten halben Stunde 4 Euro. Dazu kommt die Grundgebühr von 1,70 Euro pro Tag oder 8 Euro pro Woche. Wer schlau ist, leiht sich nach einer halben Stunde Nutzung ein neues Rad.

Auf dem gleichen Prinzip wie Vélib‘ basiert das öffentliche Carsharing-Angebot Autolib‘. Hier kann man sich an einer Station im Stadtgebiet ein Elektroauto ausleihen, welches dann an einem beliebigen Autolib‘-Parkplatz in der Stadt abgestellt werden kann. Auf dieser Seite werden Sie über die Nutzungsgebühren dieses Services informiert.

Metro

MetroWährend Ihres Aufenthalts in Paris werden Sie sicherlich auch die Metro in Anspruch nehmen, da es das günstigste und praktischste öffentliche Verkehrsmittel in Paris darstellt. Die meisten Metro-Stationen liegen nicht weiter als 500 Meter voneinander entfernt.

Die normale Metro-Fahrkarte (ticket t), die auch für den Bus Gültigkeit besitzt, kostet derzeit (Stand: 05.05.2016) 1,80 Euro. Wenn Sie gleich einen Zehnerpack Metro-Fahrkarten kaufen („un carnet“), reduziert sich der Einzelpreis auf 1,41 Euro. Sparen können Fußballfans auch beim Kauf der „Carte Mobilis“ einer Tageskarte für 7 Euro, deren zwei Zonen für die Innenstadt sowie die Fahrt zum Stade de France und zum Prinzenpark ausreichen. Weitere Infos zu Metro-Fahrkarten finden Sie auf der Seite der Pariser Verkehrsbetriebe.

Die Metro-Tickets erhalten Sie an den Metroschaltern oder an den Automaten, deren Sprache auf Deutsch umstellbar ist.

Unterkunft in Paris

In Frankreich gibt es kleinere, unabhängige Hotels sowie ein Dutzend Hotelketten (Ibis, Etap etc.) von der Ein-Stern- bis Fünf-Sterne-Kategorie. Die am häufigsten anzutreffende Hotelkette in Frankreich ist Ibis, das zur Accor-Gruppe gehört. Alle Ibis-Hotels sind sehr funktional, aber komfortabel eingerichtet. Ibis betreibt mittlerweile neben den Standard-Hotels auch Hotels mit spartanischer Ausstattung, die dafür günstiger sind (Ibis Budget).

Es wird empfohlen, sich im Vorfeld einer Hotel-Buchung im Internet über das entsprechende Hotel auf Bewertungsseiten zu informieren. Die Preise der Hotels müssen laut Gesetz vor dem Hoteleingang gut sichtbar aushängen. Das Frühstück ist zumeist recht spärlich und besteht aus einem Cafe, einem Croissant und einem Orangensaft. In den Hotelketten gibt es häufig ein Frühstücksbuffet, das separat gebucht werden muss.

Über diese Seite können Sie ein Hotel in Frankreich buchen: http://www.hotel-france.com/index.php (auch auf Deutsch).

Da erwartet wird, dass die Hotels ihre Preise im Zuge der Fußball-EM 2016 kräftig anheben werden, haben Sie alternativ die Möglichkeit, eine Unterkunft bei Privatpersonen über die Seiten airbnb.de oder abritel.fr zu buchen. Doch auch hier ist mit Preissteigerungen zu rechnen.

Campingfreunde aufgepasst: Innerhalb der Pariser Ringautobahn gibt es sogar einen Campingplatz. Der Campingplatz Indigo Paris Bois de Boulogne befindet sich im 16. Arrondissement von Paris und liegt unmittelbar an der Seine im Bois de Boulogne. Die Adresse lautet: 2, Allée du Bord de l’Eau, 75016 Paris.

Im Stadion

Aufgrund der Terroranschläge in Paris im November vergangenen Jahres gelten bei der Fußball-EM 2016 für den Zutritt in die Stadien strenge Sicherheitsvorkehrungen. Berücksichtigen Sie das bitte in Ihrer Zeitplanung und machen Sie sich rechtzeitig ins Stadion auf.

Im die Pariser Stadien dürfen Sie nur Kompaktkameras mitnehmen, Videorekorder, Go-Pro-Kameras und Selfiestangen sind verboten und müssen im Stade de France in einem Schließfach am Eingang deponiert werden (im Prinzenpark gibt es keine Schließfächer!). Ebenso dürfen keine Glasflaschen und alkoholischen Getränke mit ins Stadion gebracht werden.

Übrigens: Fans können sich während der Europameisterschaft erstmalig am Platz mit Getränken und Sandwiches beliefern lassen – lange Warteschlangen während der Halbzeitpause gehören damit der Vergangenheit an. Für diesen Service muss man einfach die offizielle UEFA EURO 2016 DeliverMe App herunterladen und kann dann auch gleich mit der Bestellung loslegen.

Souvenirs

MacaronsWenn Sie Ihren Liebsten ein typisches Pariser Souvenir mitbringen möchten, dann kaufen Sie vor Ihrer Abreise Macarons ein. Macarons sind ein französisches Baisergebäck aus Mandelmehl, dessen Füllung aus Buttercreme, Ganache oder Konfitüre in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen besteht. Es gibt wohl kaum eine Patisserie in Frankreich, die keine Macarons verkauft.

Essen in Paris

mittagessen-la-cour-faubourgEine der großen Vorteile der französischen Hauptstadt ist ihre kulinarische Vielseitigkeit. Neben der klassischen Haute Cuisine ist auch die regionale französische Küche in Paris vertreten sowie die Küche aus der ganzen Welt, von Marokko bis China. Wer nur schnell auf eine bezahlbare Mahlzeit irgendwo einkehren will, bekommt in fast jedem Café oder Bistro ein Tagesgericht (plat du jour), Sandwich oder Salat – mal von besserer, mal von durchschnittlicher Qualität. Beliebte Gerichte aus der schnellen Küche sind Croque-Monsieur, ein mit Gruyère Käse überbackenes und mit Schinken und Käse gefülltes Sandwich, sowie Croque-Madame, das zusätzlich durch ein Spiegelei obenauf angereichert wird. Natürlich findet man in Paris auch internationale Fast-Food-Ketten wie Mc Donalds, Burger King und KFC.

Eine traditionelle französische Mahlzeit besteht aus einem Menü mit drei oder mehr Gängen (Vorspeise, Hauptgericht, Dessert oder Käse). Dafür nimmt man sich in Paris aber oft nur noch abends Zeit.

Wo Sie in Paris noch für unter 10 Euro ein Drei-Gänge-Menü bekommen, verrate ich Ihnen hier.

Alltag mit Franzosen

Die Franzosen sind ein sehr sprachenstolzes Volk und überhören oft, wenn man sie auf Englisch anredet. Wenn man sie allerdings in der Landessprache anspricht (Bonjour Madame/Monsieur), sind sie in der Regel sehr gastfreundlich. Allerdings sind in den EM-Städten hunderte Volunteers unterwegs, um Fußballfans den Weg zu weisen und sie mit allen relevanten Informationen, auch auf Englisch, zu versorgen.

In Frankreich schüttelt man sich zur Begrüßung nicht die Hand, sondern begrüßt sich mit, je nach Region, zwei bis vier Wangenküssen (in Paris sind es zumeist zwei).  Fremde redet man höflich mit „Monsieur“ und „Madame“ an.

Beim Essen im Restaurant sucht man sich nicht selbst einen Tisch aus, sondern der Kellner wählt diesen aus. Es ist zudem unüblich, getrennt zu zahlen. Das Trinkgeld ist bereits im Rechnungsbetrag enthalten.

Shopping in Paris

Bon Marché Kaufhaus in ParisOb kleine Designerläden, weltbekannte Kaufhäuser oder ein unterirdisches Einkaufszentrum: In Paris findet jeder etwas für seinen Geschmack. Wer die Geschäfte bekannter Marken sucht, wird in der zentralen Einkaufsstraße Rue de Rivoli fündig.

Das „Forum des Halles“ ist eines der größten unterirdischen Einkaufszentren in Europa und eignet sich daher prima für eine Shoppingtour.

Ganz oben auf der Shoppingliste bei vielen Touristen stehen auch die beiden Kaufhäuser „Galeries Lafayette“ und „Le Printemps“ in der Nähe der Pariser Oper, die nicht nur teure Luxuslabels, sondern auch erschwingliche Mode anbieten.

Ein riesiges Einkaufszentrum beherbergt das Geschäftsviertel „La Défense“ im Westen der Stadt. Hier kann man sogar am Sonntag, wenn alle anderen Geschäfte geschlossen sind (außer in den touristischen Zonen) von 11 bis 19 Uhr einkaufen gehen.

Die meisten Geschäfte in Paris sind von 9 bis 19 Uhr durchgehend geöffnet. Supermärkte sind, je nach Stadtviertel, täglich (außer sonntags) bis 20, 21 oder 22 Uhr geöffnet. Aber selbst wenn Sie danach noch etwas einkaufen wollen, gibt es überall in der Stadt kleinere Lebensmittelläden, die zum Teil bis Mitternacht offen haben.

Notfälle

Bei Autounfällen verständigt man die französische Polizei über die Notrufsäule oder die Rufnummer 17 und den Rettungsdienst über die 15 (beim Handy mit Landesvorwahl 0033). Auch die 112 funktioniert.

Wenn Sie im Zuge Ihrer Reise zur Fußball-EM 2016 Opfer eines Diebstahls oder körperlicher Gewalt geworden sind, verständigen Sie die örtliche Polizei unter der oben angegebenen Nummer. Wichtige Sicherheitshinweise finden Sie in diesem Beitrag.

Wenn Sie in Frankreich medizinisch behandelt werden müssen, müssen Sie Behandlungen und Medikamente vor Ort zahlen. Sie können sich später dann die Kosten von Ihrer Krankenkasse gegen Vorlage der Quittung erstatten lassen.

 

Hallo, ich heiße Martin Stäbe und arbeite im Online-Marketing. Meine Leidenschaft gehört seit meiner Jugend Frankreich. Ich liebe den Klang der französischen Sprache, Wortspiele, französische Patisserie & mehr. Auf diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen mit diesem wunderbaren Land mit anderen Frankophilen teilen. Bonne lecture! :)

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