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Typisch französisch: Sachen gibt’s, die gibt’s (in Deutschland) gar nicht

Was ist typisch französisch?

Ich weiß noch genau, wie ich als Jugendlicher im Frankreich-Urlaub immer eine Orangina trinken musste. Die Orangenlimonade mit Fruchtfleisch stand damals in Deutschland nämlich noch nicht in jedem Supermarktregal. Selbst wenn heute viele Produkte aus Frankreich auch hierzulande zu kaufen sind (wenngleich teurer und nur in besonderen Läden), habe ich in diesem Beitrag mal eine Liste an Dingen zusammengestellt, die für mich typisch französisch sind – und zwar nicht nur Lebensmittel.

  • café noisette – ein Espresso mit Milch
  • Gänsestopfleber – in Frankreich eine Delikatesse, in Deutschland verboten
  • carambar – eine typische französische Süßigkeit aus Karamell. Auf der Innenseite der Verpackung sind immer Witze abgedruckt, die auf feinsinnigen Wortspielen basieren.
  • éclair – ein längliches und gefülltes Gebäck aus Brandteig,
  • eine riesige Joghurt-Auswahl in Supermärkten
  • Bars, in denen man Briefmarken und Zigaretten kaufen kann
  • Doppelstock-Schnellzüge
  • Radio-Quoten für Musik aus nationaler Produktion
  • Diabolo-Menthe – ein erfrischender Minzsprudel
  • Quick – französische Burgerbrater-Kette
  • Mehr als 365 Käsesorten laut Charles de Gaulle
  • Zeit zum Essen
  • Drive-in-Supermärkte
  • Leerzeichen zwischen Satzende und Ausrufezeichen !
  • Steak-frites
  • Umlaute (daher heiße ich in Frankreich auch Stabe oder Staebe)
  • Digicode
  • Mi-câreme – Faschingstreiben in der Fastenzeit
  • Sigles (ANPE, CCIP, DGSI etc)
  • chambres de bonne – Dienstzimmermädchen im obersten Stockwerk eines Bürgerhauses
  • Bison Futé – schlauer Bison, Maskottchen des französischen Verkehrsleitsystems
  • Die rentrée am 1. September – Jahresanfang nach den „großen Ferien“
  • landesweites Zentralabitur
  • Système D – d steht für débrouiller, „sich zu helfen wissen“
  • Nationalflaggen an öffentlichen Gebäuden
  • Straßenreinigung wie in Paris (dazu gibt es aber ein Pilotprojekt in Mannheim)
  • Kriegerdenkmäler in allen Gemeinden
  • Stuhl „Mullca 510“
  • chiffons de barrage – Wasserstaulumpen der Straßenreinigung, um das Wasser beim Fegen des Rinnsteins bequemer nach rechts oder links zu lenken
  • opinel – Taschenmesser à la française
  • toile de jouy – ein Stoff, der mit ländlich-idyllischen Motiven bedruckt ist
  • PMU (Pari-Mutuel-Urbain) – Wettannahmestelle für Pferdewetten in einem Bistro
  • Le bal des pompiers – Feuerwehrfest am Nationalfeiertag
  • galette des Rois – Königskuchen zum Dreikönigsfest
  • bûche de noël
  • merguez – pikant gewürzte Hackfleisch-Bratwurst aus dem Maghreb
  • ein Wangen-Bussi zur Begrüßung
  • Trennung von Kirche und Staat (Laizität)
  • Front National
  • die Ente (auch Deux-Chevaux genannt)
  • Académie française als Hüterin der Sprache
  • eine Cedille
  • privat betriebene Autobahnen
  • PKW-Maut
  • gesalzene Butter (Spezialität der Bretagne)
  • Karamellbonbons mit gesalzener Butter
  • ein stark subventioniertes Pressewesen
  • exception culturelle
  • Wohnsteuer (Taxe d’habitation)
  • nationales Zentralbitur
  • Les Restos du Coeur
  • Couscous
  • Satirezeitungen à la Canard Enchaîné
  • Geflügel mit Messer und Gabel essen
  • Einschulung (ecole maternelle) bereits mit 2 Jahren
  • collège unique
  • 35-Stunden-Woche
  • „Petit“ déjeuner im Vergleich zum ausgiebigen deutschen Frühstück
  • drei- oder mehrstündige Abendessen
  • Grandes Ecoles
  • Taboulé
  • Tiefkühlkost-Unternehmen mit über 800 Filialen in ganz Frankreich (Picard)
  • Moules & Frites (Muscheln mit Pommes) – vor allem in der Normandie und der Bretagne
  • Aperitif vor jedem Essen
  • Riesensupermärkte (hypermarchés) à la Carrefour
  • Scheckzahlungen
  • TV-Abendprogramm ab 20.50 Uhr
  • Unterrichtsstunde dauert 55 Minuten
  • Zudeckweise bei französischen Betten
  • baguette traditionelle
  • kostenlose Karaffe Wasser zum Essen im Restaurant (man hat sogar einen Rechtsanspruch darauf)
  • Feuerwehr, die auch Krankentransporte macht
  • hohe Konfliktbereitschaft
  • Les guignols de l’info
  • Käse nach dem Essen
  • Macarons
  • bretzel – schlecht gemachte Kopien einer originalen Breze
  • Kouign-amann – bretonischer Milchbrotkuchen
  • Schokoladen-Soufflé
  • Rillettes
  • Nougat aus Montélimar
  • Gleisankündigungen bei der Bahn erst maximal 20 Minuten vor Abfahrt
  • Zwei Monate Sommerferien für die Schüler
  • Alkoholschnelltester-Mitnahmepflicht für Autofahrer
  • Voitures majorette – „Matchbox“-Autos
  • Sophie la giraffe
  • Sirop Teisseire
  • La fête de la Sainte-Catherine
  • Les couteaux „Laguiole“
  • La vache qui rit
  • Bier der Marke Kronenbourg aus Straßburg
  • Nackenrolle (traversin)
  • justificatif de domicile
  • das Gesellschaftsspiel „La bonne

Diese Liste ist natürlich bei weitem nicht vollständig und könnte weiter fortgeführt werden. Was fällt Ihnen noch ein, das „typisch französisch“ ist? Hinterlassen Sie Ihre Antwort in den Kommentaren im Anschluss an diesen Artikel.

Hallo, ich heiße Martin Stäbe und arbeite im Online-Marketing. Meine Leidenschaft gehört seit meiner Jugend Frankreich. Ich liebe den Klang der französischen Sprache, Wortspiele, französische Patisserie & mehr. Auf diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen mit diesem wunderbaren Land mit anderen Frankophilen teilen. Bonne lecture! :)

11 Kommentare

  1. Was noch definitiv fehlt:
    – Manouches, welche immer in weißen Kleintransportern durch die Gegend fahren, mal mit, mal ohne Wohnwagen.
    – Fiche d’apitude von der betriebsärzlichen Untersuchung
    – Außerhalb großer Städte gibt es nach 14 Uhr und vor 19.30 in Restaurants garantiert nichts zu essen.
    – Vinaigrette – artige „Sauce Pommes Frites“ in Schnellrestaurants
    – Journée RTT, Überstundenausgleich der 35 – Stunden – Woche

    Grüße

    Ralph Kuhn

  2. Einschulung erfolgt mît 3, nicht mît 2Jahren! Intéressant: es gibt kleine Meldepflicht Bru den Gemeunden, weswegen man als Wohnsitznachweis eine Strom- und Wasserrechnung vorlegen muss, die auf den eigenen Namen läuft

  3. Was für mich noch typisch für dieses Land ist (Teilw. Auch an Kindheitserinnerungen geknüpft) :

    • Petit Louis – dieser leckere kleine Frischkäse
    • Pastis
    • die französische Patisserie in all Ihren Facetten
    • Café Gourmand ( Regionenabhängig angebotener Espresso mit kleinen Patisserie Variationen)

  4. Pingback: 111 Gründe, Frankreich zu lieben: Interview mit Evi Seibert

  5. Hab 10 Monate für eine französische Familie als Kinderfrau gearbeitet, ich bin Fan geworden:-)) von Joghurt, Hülsenfrüchte aller Art , crepes , toile de jouy , rosenwasser , Minimalismus an Möbeln , diese Kuchen in herzhaft ….

  6. Die gute Baguette von einem guten Bäcker. In Deutschland ist alles nur eine miserable Nachahmung.
    Gute Straßen (ich war hier anfangs schockiert).
    Keine Hundesteuer (zumindest in ländlicher Umgebung).
    Die Moutarde de Dijon.
    Cornichons (von Maille).

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