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Fußball-EM 2016 in Frankreich: 10 Gebote für deutsche Fans

10 Gebote für deutsche Fußballfans bei der EM in Frankreich

In knapp vier Wochen findet in Paris das Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft 2016 zwischen Gastgeber Frankreich und Rumänien im Stade de France statt. Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet am 12. Juni ihr erstes Vorrundenspiel gegen die Ukraine. Tausende Fans aus Deutschland werden die Jungs um Trainer Jogi Löw während der EM in Lille und Paris anfeuern. Damit die EM in Frankreich für deutsche Anhänger ein echtes Fest wird, mache ich euch nachfolgend mit den 10 Geboten für deutsche Fußballfans vertraut.

  1. Lernt ein paar Brocken Französisch!
    Auch wenn ihr meint, euch mit Englisch bei der EM in Frankreich durchschlagen zu können, kann es nicht schaden, sich vor der Reise ein paar Brocken Französich anzueignen. Mit einer einfachen Höflichkeitsformel zur Begrüßung brecht ihr als Gäste ganz schnell das Eis mit den französischen Gastgebern. Wenn ihr zum Beispiel Einheimische nach dem Weg fragt, dann beginnt ihr euren Satz wie folgt: „Bonjour Madame“ (bei einer Frau) oder „Bonjour Monsieur“ (bei einem Herrn). So viel Zeit muss in Frankreich einfach sein.
  2. Nehmt eure Kreditkarte mit nach Frankreich!
    In Frankreich ist es im Gegensatz zu Deutschland gang und gäbe, mit der Kreditkarte (VISA oder Mastercard) zu bezahlen. Sie werden in fast allen Hotels, Restaurants und Supermärkten akzeptiert. Französische Kreditkarten sind mit einem Chip ausgestattet, einige deutsche Kreditkarten jedoch noch nicht, weshalb es hier beim Zahlen Probleme geben kann. Die EC/Maestro-Karte wird in Frankreich zwar oft auch akzeptiert, hier kann es jedoch zu Schwierigkeiten kommen. Bargeld kann man mit der EC-Karte jedoch an den meisten Geldautomaten im Nachbarland problemlos abheben. Definitiv nicht mit der EC-Karte bezahlen kann man weiterhin an den Mautstellen auf Frankreichs Autobahnen. Übrigens: Wenn Franzosen von der „carte bancaire“ (wörtlich übersetzt „Bankkarte“) oder „carte bleue“ sprechen, meinen sie damit die Kreditkarte.
  3. Verscherzt es euch nicht mit der französischen Bereitschaftspolizei!
    Keine Polizeieinheit in Frankreich ist derart umstritten und bei einem Teil der Bevölkerung auch derart verhasst wie die französische Bereitschaftspolizei CRS. Ihre vorrangige Aufgabe besteht in der Gefahrenabwehr bei Massenveranstaltungen und so wird sie auch bei der EM 2016 in und um die Stadien und an neuralgischen Punkten im Stadtzentrum für Ordnung sorgen. In der Vergangenheit wurde hier die große unverhältnismäßige Gewaltanwendung kritisiert. Deshalb sollte man jegliche Provokation gegenüber der Polizei tunlichst unterlassen.
  4. Übt euch in Geduld bei der Suche nach anständigem Bier!
    Ob Kronenbourg, Heineken, Grimbergen, Carlsberg, Stella oder Leefe: Frankreich ist für vieles berühmt, nur nicht für sein Bier. Und während der EM darf Sponsor Carlsberg sein Bier in und um die Stadien und in den Fanmeilen verkaufen.  Was man da als deutscher Fußballfan machen kann? Nun, in der Provinz kann es in der Tat schwierig werden, ein schmackhaftes blondes Getränk aufzutreiben. Doch in Paris gibt es gott sei Dank einige Adressen, an denen deutscher Gerstensaft aus den Zapfhähnen fließt.  Zum Beispiel im germanophilen Café Titon im 11. Arrondissement oder im „Le Kiez“ im 18. Arrondissement. Etwas versteckt in einer Markthalle im Stadtzentrum liegt außerdem der „Tante Emma Laden“, bei dem Löwenbräu, Paulaner und Co. zu teureren Import-Preisen erstanden werden kann. Die Adressen der genannten Örtlichkeiten findet ihr in diesem Beitrag.
  5. Ihr sollt kein Trinkgeld geben!
    Wenn ihr in Frankreich im Restaurant oder in einer Kneipe speist, gebt ihr – anders als in Deutschland – zumeist kein Trinkgeld. Wenn ihr allerdings nur etwas getrunken habt und mit dem Service zufrieden wart, ist gegen ein kleines Trinkgeld natürlich nichts einzuwenden. Das Trinkgeld lasst ihr, nachdem ihr den exakten Rechnungsbetrag beglichen habt, beim Gehen einfach auf dem Tisch liegen.  Übrigens: Wie ihr Abzocke in Tourikneipen vermeiden könnt, erfahrt ihr in meinem ausführlichen Beitrag über Touristenfallen in Paris.
  6. Redet mit Franzosen nicht über Franck Ribéry!
    Wenn ihr mit französischen Fußballfans ins Gespräch kommt (das gilt für allem für die Bayern-Fans), dann gibt es ein Tabu: Erwähnt bitte nicht Franck Ribéry! Der ehemalige französische Nationalspieler ist ein rotes Tuch für die Fans der Bleus. Immer noch hängen dem Bayern-Profi die Prostituierten-Affäre aus dem Jahr 2010 und seine Rolle beim Spieleraufstand der französischen Nationalmannschaft 2010 bei der WM in Südafrika nach. 2014 gaben bei einer Umfrage zwei Drittel der Befragten an, ein negatives Bild von Franck Ribéry zu haben.
  7. Stellt in der Öffentlichkeit keine Wertgegenstände zur Schau!
    Stellt in der Öffentlichkeit keine Wertgegenstände wie teure Smartphones, iPads oder Spiegelreflexkameras etc. zur Schau. Diebe lauern während der EM in Frankreich überall, vor allem aber in öffentlichen Verkehrsmitteln wie der Pariser Metro oder in der Nähe touristischer Attraktionen. Weitere Sicherheitstipps gibt dieser Artikel.
  8. Haltet euch an den Pariser Metro-Knigge!
    Um in der Pariser Metro nicht negativ aufzufallen, solltet ihr unbedingt einige Regeln beherzigen. Die in den Eingangsbereichen der Metrowagons befindlichen Klappsitze solltet ihr nur benutzen, wenn die Metro leer ist. Wenn aber viele Fans hinzusteigen, solltet ihr euch von den Sitzen erheben und hinstellen. Außerdem drängelt man sich in einer vollen U-Bahn während der Fahrt nicht durch den ganzen Wagon, sondern man wartet, bis die Metro an der Station angekommen ist und ruft dann laut „Pardon!“. Dann machen auch die Franzosen den Weg frei.
  9. Lasst euch die etwas andere Wurst im Stadion schmecken!
    In Frankreich isst man in den Stadien während des Spiels keine klassische Stadionbratwurst wie in Deutschland. Hier lässt sich der Fan in der Regel ein „sandwich“ schmecken. Das kann entweder ein längliches, in der einfachsten Form mit Butter und Schinken belegtes Baguette sein oder ein Kebab-Brötchen mit einer scharf gewürzten Hackfleisch-Bratwurst aus der nordafrikanischen Küche, auch Merguez genannt. Das Merguez-Sandwich kommt dann häufig noch mit einer Portion Pommes.
  10. Werft in Paris eure Kippen nicht achtlos auf die Straße!
    350 Tonnen Zigarettenkippen muss die Pariser Straßenreinigung Jahr für Jahr von den Straßen fegen. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Seit Herbst letzten Jahres wird das Wegwerfen von Zigarettenstummeln mit einer Geldbuße von 68 Euro geahndet. Benutzt also bei eurem EM-Trip nach Paris lieber einen der vielen Mülleimer in der Stadt, an denen man seine Zigarette nach dem Rauchen ausmachen und ordnungsgemäß entsorgen kann.

Weitere wertvolle Infos für deutsche Fans gibt der „Fanguide Paris“, der Artikel „EM 2016 in Paris: Was Fußball-Fans wissen müssen“ und der Beitrag über Public-Viewing-Möglichkeiten in Paris.

 

Hallo, ich heiße Martin Stäbe und arbeite im Online-Marketing. Meine Leidenschaft gehört seit meiner Jugend Frankreich. Ich liebe den Klang der französischen Sprache, Wortspiele, französische Patisserie & mehr. Auf diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen mit diesem wunderbaren Land mit anderen Frankophilen teilen. Bonne lecture! :)

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