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Fettnäpfchenführer Paris: hintergründig, amüsant und topaktuell

Fettnäpfchenführer Paris

Ein weiterer Reiseführer über Paris? Gibt man in den Suchschlitz auf der Startseite des Versandhändlers Amazon die Phrase „Paris Reiseführer“ ein, spuckt die Suchfunktion hunderte Ergebnisse aus. Ob Kinderreiseführer, Kunstreiseführer, literarischer Reiseführer, ein Buch für Spaziergänger oder die Geschichte der Metrostationen: Es gibt fast nichts, was es zum Thema Paris noch nicht geschrieben wurde. Doch nun gesellt sich zu den Myriaden an Werken ein „Fettnäpfchenführer“ über die Stadt an der Seine. Der „Frankreich Fan“ hat sich das Buchpa des freien Journalisten und Paris-Korrespondenten Michael Neubauer, das sich „auf vergnügliche Art dem Minenfeld der kulturellen Eigenheiten widmet“, einmal genauer angesehen.

Als auswärtiger Berichterstatter ein Buch über den eigenen Arbeitsplatz zu schreiben, zumal wenn es sich dabei um eine der schönsten Städte der Welt handelt, ist nichts Ungewöhnliches. So war es bei Ulrich Wickert („Und Gott schuf Paris“, „Alles über Paris“) oder Stefan Ulrich („Ein Jahr in Paris“). Michael Neubauer macht da mit seinem „Fettnäpfchenführer Paris – Eine Reiseknigge für die Stadt unterm Eiffelturm“ keine Ausnahme. Denn mit einer Presseakkreditierung öffnen sich Türen, die Otto Normalbürger sonst verschlossen bleiben, zum Beispiel die des Elysée-Palastes. Außerdem laufen einem bei der Recherche für Zeitungsartikel auch dauernd interessante Menschen über den Weg, deren Geschichten den Stoff für das Buch liefern. Ein Teil seiner Beobachtungen entstammt übrigens seinem Blog lenachbar.de.

Reisebericht und Reiseführer in einem

Das Buch ist Reisebericht und Reiseführer in einem, wenngleich Bilder oder ein Stichwortverzeichnis im Anhang fehlen. Der Fettnäpfchenführer sieht sich als Ergänzung für all diejenigen, die Paris nicht nur auf ihrer To-do-Liste abhaken möchten, sondern die hinter die Kulissen blicken und die Eigenheiten der Pariser besser verstehen wollen. So soll das Buch dabei helfen, schneller mit der Stadt „warm zu werden“. Für Paris-Liebhaber – egal ob Einsteiger oder Fortgeschrittene – ist das Buch mit den Erlebnissen des Autors, den kurzen Abrissen zur Geschichte und den Hintergrunderklärungen kurzweilig und amüsant zu lesen. Neubauer berichtet von Begegnungen, in denen er als Deutscher in Paris in peinliche Situationen geraten ist, zum Beispiel beim Andouillette-Essen im Restaurant, beim Baguette-Kauf in der Boulangerie oder  beim Kinobesuch mit einem französischen Freund. Damit bewahrt er Paris-Besucher davor, die gleichen Fehler noch einmal zu begehen. Dennoch bleiben selbst nach der Lektüre noch genügend Fettnäpfchen übrig, die in dem Buch aus Platzmangel nicht zur Sprache kommen. Schließlich ist Paris „le Megafettnapf“, wie Neubauer im Vorwort schreibt. Ein weiterer Pluspunkt: Das Buch ist topaktuell, auch die Terroranschläge in der Hauptstadt Anfang des Jahres werden erwähnt.

Womit wir auch schon bei den Schattenseiten der Großstadt wären: der (Klein)-Kriminalität und den sozialen Brennpunkten in den Vorstädten. Auch wenn es in den vergangenen Jahren zu einigen aufsehenerregenden Vorfällen gekommen ist und ich selbst vor zwei Jahren mitten in der Innenstadt Opfer eines Raubüberfalls geworden bin, stellt der Autor meiner Meinung nach zu Recht fest: „Paris ist nicht viel unsicherer als viele andere europäische Hauptstädte. Wo viele Menschen sind, da versuchen nun mal auch mehr Diebe ihr Glück. Täglich sind in Paris bis zu 300.000 Touristen unterwegs, fast 30 Millionen sind es im Jahr. Den allermeisten passiert nichts.“  Vandalismus ist ein weiteres Problem: Täglich landen 1.200 Räder des vielgepriesenen Fahrradverleih-Projekts Vélib‘ bei den Mechanikern in der Werkstatt.

Kuriose Geschichten

Nicht zuletzt wartet das Buch mit vielen Zahlen und Fakten zum Eiffelturm, Louvre oder anderen Sehenswürdigkeiten auf. Und bietet zudem kuriose Geschichten. Wussten Sie, dass nicht wenige Japaner, wenn sie Paris einen Besuch abstatten, einen Kultur-Schock erleiden (Paris-Syndrom genannt) und die japanische Botschaft für diese Landsleute extra eine Hotline geschaltet hat? Oder dass Polizeitaucher im Schnitt täglich einen Toten aus der Seine bergen?

Wer als Tourist lediglich nützliche Tipps für den Paris-Urlaub sucht, kommt mit dem Fettnäpfchenführer ebenfalls auf seine Kosten. Die praktischen Do-it-yourself Tipps helfen dabei, das Paris abseits der Touristenpfade zu entdecken. Ein absolutes Muss für Sparfüchse ist übrigens das Kapitel „Paris gratis“.

Neugierig geworden? Auf der Verlagsseite stehen einige Kapitel des Buchs kostenfrei als Download zur Verfügung.

Informationen zum Buch:

Fettnäpfchenführer Paris. Ein Reiseknigge für die Stadt unterm Eiffelturm.
Conbook Verlag, 352 Seiten. ISBN: 978-3943176940.

 

Hallo, ich heiße Martin Stäbe und arbeite im Online-Marketing. Meine Leidenschaft gehört seit meiner Jugend Frankreich. Ich liebe den Klang der französischen Sprache, Wortspiele, französische Patisserie & mehr. Auf diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen mit diesem wunderbaren Land mit anderen Frankophilen teilen. Bonne lecture! :)

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