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E, A, S, I: Die vier häufigsten Buchstaben im Französischen. Oder: Wie uns die Buchstabenhäufigkeit im Alltag hilft

Buchstabenhäufigkeit in einer Sprache

Wenn Sie demnächst in einem x-beliebigen französischen Roman schmökern, dann ermitteln Sie doch mal die Häufigkeit der auf einer Seite vorkommenden Buchstaben. Warum Sie das tun sollten? Nun, andere Menschen haben sich der Buchstabenzählerei schon viel früher gewidmet – die ersten Belege dafür reichen ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Denn das Wissen, wie oft ein bestimmter Buchstabe in einer Sprache verwendet wird, kann im Alltag aus verschiedenen Gründen sehr nützlich sein.

Kaum der Rede Wert: Z, K und W

In jeder Sprache tauchen die einzelnen Buchstaben des Alphabets in einem ausreichend langen, natürlichen Text in einer für die Sprache typischen Häufigkeit vor. Im Alphabet nimmt der Buchstabe „E“ zwar nur den fünften Platz ein, in der geschriebenen und gesprochenen Sprache ist er aber klar die Nummer Eins. Mit einer relativen Häufigkeit von 17,26 % kommt er in französischen Schriftstücken vor (auch im Deutschen ist er übrigens der meistverwendete Buchstabe). Das liegt vor allem daran, dass zur Bildung der weiblichen Form ein „e“ an die männliche Form angehängt wird. Wenn sich Franzosen unterhalten, kommt ihnen fast kein Satz ohne diesen Buchstaben über die Lippen. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand die Buchstaben „A“ (8,40 %), „S“ (8,08 %), „I“ (7,34 %) und „N“ (7,13 %). Am seltensten tauchen in der französischen Sprache „Y“ (0,30 %), „Z“ (0,12 %), „K“ (0,05 %) und „W“ (0,04 %) auf. Sie wollen alle Buchstabenhäufigkeiten im Französischen kennenlernen? Dann surfen Sie auf dieser Seite vorbei.

Allerdings sollte man nicht vergessen, dass einige Parameter das Resultat beinflussen:

  • Erzählstil: In Texten, in denen Verben in der 2. Person Plural („vous apprenez“)  stehen, ist das Vorkommen des Buchstabens „Z“ signifikativ höher.
  • Das dokumentspezifische Vokabular: Dreht sich in einem Text alles um das Thema Eisenbahn, wird das Wort „wagon“ und damit der Buchstabe „w“ darin häufiger als normal vorkommen.
  • usw.

Drei Anwendungsbeispiele aus der Praxis

Doch was bringt uns das Wissen um die Häufigkeit einzelner Buchstaben in einer Sprache? Hier drei Anwendungsbeispiele aus der Praxis:

  • Tastaturanordnung: Jeder, der schon mal in Frankreich vor einem PC gesessen  hat, weiß: Die französische Tastatur hat eine andere Anordnung der Buchstaben als die deutsche.  Franzosen schreiben mit einer AZERTY-Tastatur (so genannt wegen der Reihenfolge der ersten Buchstabenreihe links), während die Deutschen auf QWERTZ setzen. Bei der Tastaturanordnung spielt die Häufigkeit des Vorkommens einzelner Buchstaben in einer Sprache eine wichtige Rolle. So sind die am häufigsten verwendeten Buchstaben möglichst weit voneinander entfernt, um ein Überkreuzen der Hände beim Tippen zu vermeiden. Die Häufigkeit einzelner Buchstaben ist aber auch für den Schreibmaschinenunterricht an Schulen von Bedeutung. So sollten die am häufigsten vorkommenden Buchstaben öfters trainiert werden, um eine möglichst hohe Anschlagszahl zu erreichen.
  • Spiele: Sicher kennen Sie das Wortspiel Galgenmännchen, auch Hangman genannt, mit dem wir uns früher gerne die Zeit vertrieben haben. In Frankreich ist es unter dem Namen „homme pendu“ verbreitet. Ziel des Spiels ist es, ein Wort, von dem nur der Anfangsbuchstabe bekannt ist, durch Ansagen von Buchstaben zu erraten. Weiß man nun, dass im Französischen gewisse Wörter häufiger vorkommen als andere, wird man diese selbstverständlich zuerst nennen.Beim Scrabble hat die Häufigkeit eines Buchstabens Einfluss auf dessen Punktzahl. Ein häufig auftretender Buchstabe wird zum Beispiel mit weniger Punkten bewertet als ein selten vorkommender. So kommt im französischen Scrabble das „E“ beispielsweise 15 Mal vor, ist aber nur einen Punkt wert, wohingegen die Buchstaben „J“, „K“, „Q“, „W“, „X“, „Y“, „Z“ zwar jeweils nur einmal vorkommen, aber mit 8 bzw. 10 Punkten gewertet werden.
  • Kryptographie: Es gibt Verschlüsselungsverfahren, die mit der Kenntnis der Buchstabenhäufigkeit einer Sprache leicht geknackt werden können. Betrachten wir einmal die sehr simple Verschiebe-Chiffre (auch Cäsar-Chiffre genannt), bei der jeder Buchstabe des zu verschlüsselnden Wortes um den Betrag k des Schlüssels im Alphabet verschoben wird. So wird der Buchstabe „A“ durch ein „E“ und der Buchstabe „C“ durch ein „G“ ersetzt, wenn der Wert des Schlüssels k gleich 4 ist. Enthält das verschlüsselte Wort nun den Buchstaben „K“ am häufigsten und weiß man, dass „E“ der häufigste Buchstabe im Französischen ist, so kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass der Schlüssel k = 6 zum Einsatz kam.

Wir wissen nun, dass die häufigsten Buchstaben in einem französischen Text „E“, „A“, „S“ und „I“ und „N“ sind. Fallen Ihnen spontan Wörter ein, die genau diese Buchstaben enthalten? Hinterlassen Sie Ihre Wort-Vorschläge im Kommentarfeld im Anschluss an diesen Beitrag.

Bild oben: Gratisography.com

Hallo, ich heiße Martin Stäbe und arbeite im Online-Marketing. Meine Leidenschaft gehört seit meiner Jugend Frankreich. Ich liebe den Klang der französischen Sprache, Wortspiele, französische Patisserie & mehr. Auf diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen mit diesem wunderbaren Land mit anderen Frankophilen teilen. Bonne lecture! :)

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